Fanon: Lehren aus dem Antikolonialen Widerstand für Deutschland mit Amel Ouaïssa

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Freitag, 1. September, 18 – 20Uhr / Pohlstr. 60/62, 10785 Berlin
(kostenloser Eintritt)

Während Deutschland weiter nach einer “tragfähigen” Lösung für die “Flüchtlingskrise“ [sic!] sucht, lädt sich das politische Klima zunehmend auf. Während die einen eine nationale Identität angegriffen sehen, verteidigen andere eine bis dato nicht existente europäische Identität. Beiden Diskursen gemein ist der ihnen zugrundeliegende Mythos, dass Europa seinen Wohlstand und seine Modernität vollkommen eigenständig erreicht hat. Um Europas identitäre Krise(n) jedoch in ihrem vollen Umfang verstehen und Lösungen jenseits rassistischer oder (supra)nationaler Rhetoriken und Praxen anbieten zu können, ist es Zeit, diesen Diskurs über die endogen erlangte Modernität zu dekonstruieren, die grauenhafte Kehrseite dieser Modernität sichtbar zu machen, und ihren Opfern nicht nur in der Geschichte sondern auch in der Gegenwart ihren Platz einzuräumen. Behilflich sein wird uns dabei Frantz Fanon, der schon in den 1960ern die Worte gefunden hat, diese europäische Imagekampagne zu denunzieren. In seinem Hauptwerk „Die Verdammten dieser Erde“ betonte er:

„Dieser europäische Überfluß ist buchstäblich
skandalös, denn er ist auf dem Rücken der Sklaven
errichtet worden, er hat sich vom Blut der Sklaven
ernährt, er stammt in direkter Linie vom Boden und
aus der Erde dieser unterentwickelten Welt.“
(Fanon, 1981 [1961], p. 79).

Gemeinsam mit Amel Ouaïssa wird es am 15.09.17 einen spannenden Vortrag mit anschließender Diskussion geben. Wir freuen uns!